Seite 1 _ Geschichte
Seite 2 _ Planungen
Seite 3 _ Bürgerbeteiligung
Seite 4 _ Status / Fertigstellung
     
    Planungen:
Im Jahr 1991 veranstaltete die Stadt Leipzig einen Workshop mit dem Titel „City-Süd“, bei dem es ging, die größtenteils brachen Areale zwischen Harkortstraße im Westen, Martin-Luther-Ring im Norden, Grünewaldstraße im Osten und Windmühlenstraße und Dimitroffstraße im Süden neu zu entwickeln. Das westliche Areal vom Wilhelm-Leuschner-Platz sollte nach historischen Baufluchten wiederbebaut werden, so auch die Aufnahme der ehemaligen Nonnenmühlgasse, während es für das ehemalige Markthallenviertel verschiedene Pläne gab. So wurde vorgeschlagen, den Wilhelm-Leuschner-Platz bis auf das westliche Baufeld zu erweitern, so dass die Straßenbahn dann durchfahren darf und die Autos umdrehen müssen. Doch die Idee wurde verworfen und die Straßenverbindung – kommend von der Karl-Liebknecht-Straße und Peterssteinweg – bleibt erhalten. Dagegen könnte das gesamte Areal zur reinen Fußgängerzone werden, während damals noch Autos und Lieferwagen durch die Markthallen- und Brüderstraße fuhren. Die Bauflucht des Rings-Café am Roßplatz ist nicht weiterzuführen, so dass die Bebauung an den Straßenrand herangezogen wird, unter Berücksichtigung von Ringbegrünung. Nördlich des Platzes könnte eine Stadtloggia errichtet werden. Es soll eine durchgehende Nutzung mit niveauvollem Einzelhandel und Dienstleistungen im Erdgeschoss und teilweiser Einbeziehung des Keller- und ersten Obergeschosses sowie die Fortführung der „Leipziger Passagen“ geben. Des Weiteren folgen Wohnen in den Obergeschossen, Hotels, Büros, ein oder zwei Kaufhäuser, kulturelle und ruhende Einrichtungen. Östlich der Grünewaldstraße wurde vorgeschlagen, in einem Kellergeschoss eine Markthalle zu eröffnen – nicht am alten Standort, keine Rekonstruktion, sondern ein moderner Neubau im Bereich Leplay-/Brüderstraße. „Der Leuschnerplatz sollte der zentrale Platz sein, der von dominanten Bauwerken umrahmt wird.“, heißt es aus der Workshop-Broschüre der Stadt Leipzig. Es sind Gassen und Passagen sowie ein kleiner, zusätzlicher Platz vorgesehen. Umgeben von einer kleinteiligen Bebauung, die dann auch von verschiedenen Architekten und Baustilen errichtet werden können. Im Umfeld des Platzes sahen die Planungen so aus: Westlich vom Wilhelm-Leuschner-Platz soll ein zusammenhängender Block entstehen und die Nonnenmühlgasse wird zur Fußgängerzone ausgebildet. Zwischen Dimitroffstraße und Nonnenmühlgasse ist ein 5-Sterne-Kongresshotel mit 500 Betten geplant, im Erdgeschoss ziehen Einzelhandel und Restaurants ein. Auf dem Dreiecksgrundstück ist ein Büroneubau vorgesehen. Östlich vom Platz (Bowlingcenter) sind ein großes Kaufhaus und daneben ein Kinopalast geplant. Am Roßplatz Ecke Grünewaldstraße ist ein zehngeschossiges Hotel vorgesehen, dass mit seiner Höhe einen Eingang in alle drei Gebäude mit der verbundenen Passage markiert. Entlang der Grünewaldstraße bis zur Windmühlenstraße werden Büro- und Wohngebäude errichtet, wovon an der Ecke zur Brüderstraße ein weiteres Kaufhaus mit Markthallennutzung im Erdgeschoss möglich ist. Der kleine Platz ist umgeben von Cafés und Restaurants und wird am Abend eine gemütliche Biergartenstimmung bekommen. Umgesetzt wurden die Ideen nicht.

B-Plan Stadt Leipzig:
Zur Entwicklung des Wilhelm-Leuschner-Platzes und seiner östlichen Nebenfläche bis zur Grünewaldstraße, stellte die Stadt Leipzig den Bebauungsplan „Nr. 392, Wilhelm-Leuschner-Platz/Ost“ im Jahr 2010 auf. Dazu fanden im Herbst 2012 auch ein Bürgerforum und eine Ausstellung mit Entwürfen des Workshops zur städtebaulichen Umgestaltung im Neuen Rathaus statt. Bis 2008 war es seitens der Stadt geplant, den historischen Stadtgrundriss beider erwähnter Flächen wiederherzustellen. Mit Beschlüssen vom Stadtrat in den Jahren 2008 und 2009 wurde einiges geändert: Wiedererrichtung einer Markthalle (weitgehend am historischen Standort), Bestandssicherung des Bowlingtreffs und der mögliche Standort des Freiheits- und Einheitsdenkmals. Im März 2010 fand eine Städtebauwerkstatt und im Dezember selben Jahres ein Bürgerforum statt, das grundlegende Änderungen mit sich brach. Der Wilhelm-Leuschner-Platz wurde nun nach Osten vergrößert (Dreiecksfläche) und rechts daneben drei durch Straßen unterteilte Blöcke, wovon in der Mitte die Markthalle Platz nehmen soll. Damit wird der historische Königsplatz in seiner alten Form und eine Bebauung zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Markthallenstraße nicht mehr zurückkommen. Im Einzelnen: Für die Markthalle wird ein Sondergebiet mit Festsetzung von Lage und Art der Nutzung festgesetzt. Weitere Regelungen, wie die architektonische Gestaltung, sollen in einem gesonderten vorhabenbezogenen B-Plan in Verbindung mit einem städtebaulichen Vertrag zustande kommen. Der nördliche und südliche Block sollen höchstens eine Höhe von 21 Metern bekommen, wovon bei zwei Teilpunkten höhere Gebäude zulässig sind. Bei den neuen Gebäuden sollen 20 % für Wohnungen berücksichtigt werden. Die Läden müssen durch ihre Vielfalt geprägt sein, die nicht mehr als 800 m² groß sein dürfen, und eine Belebung durch Fußgänger hervorrufen. Die Hausfassaden, die zum Wilhelm-Leuschner-Platz gerichtet sind, sollen Arkadengänge erhalten.

Zukunft des Stadtplatzes und seiner Umgebung:
Mit Eröffnung des City-Tunnels im Dezember 2013 sollte es mit dem Bau der Markthalle losgehen, doch bis heute tat sich anhand verschiedener Gründe nichts. Die Stadt Leipzig hatte das Grundstück ausgeschrieben, bei dem die Leipziger Stadtbau AG und EDEKA in die engere Wahl kamen. Die Leipziger Stadtbau AG wollte die Markthalle zunächst rekonstruieren und in einer modernen Fassung errichten. Das Freiheits- und Einheitsdenkmal, das bis zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 09.10.2014 eingeweiht werden sollte, ist per Stadtratsbeschluss vom Sommer 2014 vom Tisch. Auch der Wilhelm-Leuschner-Platz ist kein Favorit mehr. Damit kann sich der Platz einer neuen Aufgabe widmen und die architektonische Gestaltung ist nicht mehr vom Nationaldenkmal abhängig. Im Frühjahr 2014 machte die Brauerei Sternburg auf sich aufmerksam und rief zu einem Ideenpool auf, was auf dem Stadtplatz entstehen könnte – im Herbst meldete sich die FDP-Fraktion und schlug wieder einen Parkplatz vor, darauf antwortete die Grünen-Fraktion, dass sie lieber einen Spielplatz mit Parkanlage hätte. Das ehemalige Bowlingcenter will die Kulturstiftung Leipzig zu einem Kulturzentrum entwickeln – hier wurde auch ein Standort für den Umzug des Naturkundemuseums vorgeschlagen. Nordwestlich vom Platz, zwischen Martin-Luther-Ring und Nonnenmühlgasse, entstand 2012 und bis 2015 der Neubau der katholischen Propsteikirche St. Trinitatis, die einen modernen Baukörper aufweist, wovon der Kirchraum fast komplett fensterlos ist und so zur Platzseite die pralle Wand zeigt. Verkleidet ist die neue Kirche mit Rochlitzer Porphyr. Umstritten ist die Trinitatiskirche auf jeden Fall, da sie sich architektonisch und städtebaulich nicht ins Gesamtbild einpasst. Auf dem südlichen Nachbargrundstück ist weiterhin eine sechsgeschossige Blockrandbebauung mit einer internen Querung mit Blickbezug auf den Turm des Neuen Rathauses vorgesehen, wie es der Bebauungsplan 16.1 darstellt. Hier möchte das Krankenhaus Sankt Elisabeth gern eine Kindertagesstätte und Sozialeinrichtungen bauen.

Der Masterplan Wie geht es weiter:
Wenn die Fachausschüsse und die Ratsversammlung dem Vorschlag des Oberbürgermeisters zustimmen, also den Masterplan-Entwurf bestätigen, wird der B-Plan überarbeitet und neu beschlossen. Und dann könnten endlich die ersten Bauprojekte errichtet werden.

Auf einer Pressekonferenz im Juli 2017 stellten Baubürgermeisterin und Stadtplanungsamtleiter die Pläne vor:
- Weiterhin ein großer Platz, die sogenannte Dreiecksfläche.
- Zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Grünewaldstraße gibt es drei Baukörper.
- Nördlicher Baukörper: Dominant am Roßplatz soll ein Hochhaus mit 55,5 Metern Höhe stehen. Mindestens 20 % für Wohnungen, die übrige Fläche für Büros.
- Mittlerer Bauköper: Seit jeher für die Markthalle reserviert. Die Brüderstraße bleibt bestehen und wird die Ausfahrt der Markthalle. Die Einfahrt erfolgt über die verlängerte Leplaystraße.
Südlicher Baukörper: An der Windmühlenstraße Ecke Grünewaldstraße soll ein weiteres Hochhaus dominieren, diesmal mit einer Höhe von 32,4 Metern. Umgesetzt müssen in dem Baukörper 40 % Wohnungen. Einzug halten soll das Leibniz-Institut für Länderkunde. Ein B-Plan ist hierfür nicht notwendig. Damit könne schnell mit dem Bauprojekt begonnen werden.
- Zwischen dem nördlichen und mittleren Baukörper sollen Passagen und Verbindungsbrücken zwischen den Baukörpern entstehen. Auch ein weiterer Platz ist vorgesehen.

     
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