Seite 1 _ Geschichte
Seite 2 _ Planungen
Seite 3 _ Bürgerbeteiligung
Seite 4 _ Status / Fertigstellung
     
    In den Jahren 1841 bis 1844 wurde der „Bayerische Bahnhof“ in Leipzig eröffnet, angelegt von der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn-Compagnie, und diente als Ausgangspunkt der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Hof. Bereits 1842 wurde der Bahnhof mit dem ersten Streckenabschnitt nach Altenburg eröffnet, obwohl er noch unvollendet war. Fertiggestellt wurde er im September 1844. 1883 gab es zur besseren Verknüpfung mit dem Eisenbahnverkehr den Anschluss an das Straßenbahnnetz. Ende 1912 diente der Bayerische Bahnhof nur noch dem Nah- und Güterverkehr sowie für Messesonderzüge, da die Schnell- und Eilzüge am Hauptbahnhof begannen und endenden. 1939 sollte nach Plänen eines Düsseldorfer Architekten, das Bahnhofsgelände einer Prachtstraße weichen. Parallel entstand ein großes Bahnbetriebswerk, das die erste in Deutschland zusammenhängende Bahnbetriebsanlage war. Unter anderem mit Lokschuppen, Stellwerk und Kohlebunker. Bei Luftangriffen 1943 und 1944 wurde das Bahnhofsareal teilweise zerstört. Der Portikus und die Gebäude der Westseite blieben erhalten, die hölzerne Bahnhofshalle – 95 Meter lang und von zwanzig zwölf Meter hohen Eichensäulen getragen – brannte völlig aus und die Gebäude der Ostseite mussten größtenteils abgerissen werden. Die Abfahrt befand sich auf der Westseite und die Ankunft auf der Ostseite. Nunmehr hatte der Bayerische Bahnhof keine Überdachung mehr für seine Fahrgäste. Um 1970 sollte der Bahnhof komplett stillgelegt werden. Acht Jahre später kam die Idee, Teile des Geländes in eine dauerhafte Schauanlage umzugestalten. Bestandteil war auch eine Museumsbahn zur Technischen Messe, die zu Messezeiten und besonderen Anlässen betrieben werden sollte. Dazu kam es jedoch nicht. Stellwerke und Bauwerke wurden in den 1980er Jahren erneuert. Die Formsignale ließ man aus Denkmalschutzgründen an den Bahnsteigen erhalten. 1952 schloss das Bahnbetriebswerk seine Tore, das sich seitlich der Gleisanlagen befand. Ein großer Ringlokschuppen mit Drehscheibe befindet sich östlich des heutigen S-Bahnhofs Leipzig-MDR und westlich der Großmarkthallen. Um die Drehscheibe zu erhalten, hatte man während des Bahnhofsneubaus eine Außenmauer errichtet. Die komplette Bahnhofsanlage wurde dann 2001 stillgelegt. Zuletzt fuhren noch Regionalzüge nach Altenburg und Zwickau. Zum Abschied fand auch eine historische Dampfzugsonderfahrt nach Altenburg statt. Auf dem Portikus, der vier Durchfahrten hatte und nördlich zu einer Drehscheibe führte, hatte eine Glocke, die die Abfahrt der Züge ankündigte. Sie befindet sich heute im Verkehrsmuseum Dresden. Der Portikus ist 20 Meter hoch, 30 Meter breit und 6 Meter tief und wiegt 2800 Tonnen. 2006 wurde er durch die Bauarbeiten des City-Tunnels Leipzig mit einem unterirdischen Bahnhof nach Osten verschoben, um ihn in offener Bauweise zu errichten. 2009 ging es dann wieder zurück und anschließend erfolgte die Sanierung. 2012 wurde er mit sächsischer und bayerischer Beflaggung in einer Feierstunde übergeben. Der Portikus samt Nebengebäude ist der älteste erhalte Kopfbahnhof Deutschlands, sogar von der Welt spricht man. Mit Eröffnung des City-Tunnels im Jahr 2013 kann man nicht wirklich mehr davon sprechen. Vor und hinter dem Portikus befinden sich die Zugangsbauwerke in den S-Bahnhof. Erhalten sind neben dem Ringlokschuppen noch eine Wagenhalle und Nebengebäude, die beiden letzteren sollten längst abgerissen sein. Im westlichen Empfangsgebäude befindet sich seit 2000 ein Gasthaus mit Brauerei.
     
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