Seite 1 _ A STRATEGISCHES ZIEL
Seite 2 _ B STADTENTWICKLUNGSBILD
Seite 3 _ Status / Fertigstellung
     
    Auszüge aus dem Entwurf "INSEK 2030":
Erarbeitung: Dezernat Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig, Stadtplanungsamt, Abteilung Stadtentwicklung
Prozessbegleitung: Büro Kaufmann, Leipzig; Büro complan Kommunalberatung, Potsdam

A STRATEGISCHES ZIELBILD

5.3Strategische Ziele und Handlungsschwerpunkte
LEIPZIG SETZT AUF LEBENSQUALITÄT

1. Balance zwischen Verdichtung und Freiraum:
Noch vor zehn Jahren waren in Leipzig viel mehr Flächen, Gebäude und Freiräume verfügbar als ge- braucht wurden. Dies ändert sich gerade in vielen Stadtteilen und angesichts des prognostizierten Wachstums wird der Flächenbedarf noch deutlich steigen. Ziel ist deshalb, das Wachstum flächensparend zu gestalten und die Grün- und Freiraumqualitäten zu erhalten. Wir wollen eine Balance zwischen der besseren Ausnutzung von vorhanden Flächenreserven und Infrastrukturen einerseits und der Erhaltung der Lebensqualität andererseits erreichen. Dazu werden wir Nutzungsreserven innerhalb der vorhandenen Stadtstrukturen mobilisieren, Nutzungszyklen optimieren und die Mehrfachnutzung von Gebäuden und Freiräumen gezielt ermöglichen. Im Sinne einer „doppelten Innenentwicklung“ wollen wir zugleich das Grün- und Freiraumsystem erhalten und bei not- wendigen Eingriffen die Verluste durch neue Qualitäten und eine verbesserte Vernetzung und Erreichbarkeit ausgleichen.

2. Qualität  im öffentlichen Raum und in der Baukultur:
Angesichts der angestrebten baulichen Verdichtung und der immer stärkeren Nutzung der öffentlichen Räume bedarf es einer neuen Achtsamkeit hinsichtlich der Qualitäten. Ziel ist deshalb, die Qualität des Leipziger Stadtbildes zu bewahren und weiterzuentwickeln und die Nutzbarkeit der öffentlichen Räume zu erhöhen. Die qualitativen Anforderungen an Baukultur und öffentliche Räume werden wir klar formulieren und in öffentlichen und privaten Bauvorhaben mit den zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen. Dies umfasst sowohl neue Vorhaben als auch den Bestand.

3. Nachhaltige Mobilität:
Die Sicherung gleichwertiger Mobilitätschancen für alle, unabhängig von Geschlecht, Alter, Familiengröße, Einkommensverhältnissen, körperlicher Beeinträchtigung, Wohnort oder Autobesitz, ist ein zentraler Bestandteil der Lebensqualität in der Stadt. Zugleich verlangen das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die angestrebte wirtschaftliche Dynamik eine städtische Mobilität mit angepassten Lösungen für die Anforderungen von morgen. Ziel ist deshalb, eine Stadt der kurzen Wege zu bleiben und Mobilität sicher, zuverlässig, sauber und bezahlbar zu gestalten. Dazu wollen wir einerseits durch Siedlungsentwicklung und Funktionsmischung einen Beitrag zur Vermeidung unnötiger Verkehre leisten. Andererseits werden wir den Umweltverbund (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Carsharing) fördern, auch um den notwendigen Wirtschaftsverkehr und motorisierten Individualverkehr flüssig zu ermöglichen. Die absehbaren technischen Veränderungen im Kontext von E-Mobilität und autonomem Fahren, aber auch die Chancen des Wechsels zwischen verschiedenen Arten der Mobilität (Intermodalität) sollen in diesem Sinne gezielt für Leipzig genutzt werden.

6. Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraumangebote:
Die Leipziger Stadtteile sind in den vergangenen Jahren konsequent aufgewertet und im Sinne einer europäischen nutzungsgemischten Stadt mit einer Vielfalt von Angeboten entwickelt worden. Ziel ist deshalb, das Netz der Kultur-, Sport- und Freiraumangebote bedarfsorientiert zu ergänzen und damit die Attraktivität der Wohnviertel durch quartiersnahe, fußläufig erreichbare Angebote weiterzu- entwickeln. Wir werden zur Bewegung im öffentlichen Raum im Sinne einer „gesunden Stadt“ motivieren. Schwer- punkte setzten wir bei Bewegungs- und Erholungsmöglichkeiten in den Quartieren als auch beim Erhalt von Freiräumen zur aktiven Lebensgestaltung. Insbesondere in bisher unterversorgten Gebieten schaffen wir Orte der Begegnung und setzen Impulse in der Stadtteilkultur.

2.1.2 Handlungsansätze in den Schwerpunktgebieten bis 2030
Schwerpunktgebiete mit stadtweiter und regionaler Ausstrahlung

Erweiterte Innenstadt:
Die sehr kompakte Leipziger City weist eine hohe Nutzungsdichte und –vielfalt in repräsentativen Bauwerken auf. Auf engstem Raum finden sich Kulturstätten von internationalem Rang, Wahrzeichen und Touristenmagneten, Universitäts- und Verwaltungsstandorten, aber auch stark frequentierte Einkaufsstraßen und aufwändig sanierte Passagen und Durchhöfe, Messe- und Kaufhäuser. Zusammen mit vielfältigen Gastronomie- und Freizeitangeboten und zum Teil hochwertigem Wohnen fügt sich dies zu einer lebendigen, durchmischten und vitalen Innenstadt zusammen. Ziel ist es, diese Qualitäten weiter zu stärken und die Leipziger Innenstadt als Dienstleistungszentrum von europäischem Rang, aber auch als Magnet in Stadt und Region sowie für Städtetouristen weiterzuentwickeln. Dabei kommt dem „Sprung über den Promenadenring“ und der gezielten Verknüpfung und Entwicklung der angrenzenden Flächenpotenziale eine besondere Bedeutung zu.

Handlungsfeld Stadtbild und öffentlicher Raum:
- Verbesserung Attraktivität, Barrierefreiheit und Nutzungsvielfalt des öffentlichen Raumes, dabei identitätsprägende Gestaltungssprache fortführen
- Sicherung baukultureller Qualität bei Neubau- und Sanierungsprojekten
- Vernetzung von Grünflächen vom Promenadengrün in alle Richtungen, dabei Nutzung der Potenziale der großen Entwicklungsflächen
- Mobilisierung von Flächenreserven für Freiraumentwicklung und Klimaanpassung
- weitere Baumpflanzungen in Fußgängerzonen
- Entwicklung der „blauen Infrastruktur“, insbesondere Alte Elster, Pleißemühlgraben und Stadthafen
- Entwicklung bedarfsgerechter Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, insbesondere Fuß- und Radwege, aber auch Infrastruktur für Kanu und Rudern
- Umsetzung Lichtmasterplan

Handlungsfeld Mobilität:
- Prüfung und Umsetzung einer innovativen Verkehrslösung für den Promenadenring, insbesondere für Ringabschnitt vor dem Hauptbahnhof
- Entwicklung des zentralen Busbahnhofs
- Erschließung der großen Entwicklungsflächen
- Umgestaltung des Verkehrsknotens Bayerischer Platz
- Verbesserung Radverkehrsanbindung, u.a. Elsterflutbett und Stadthafen
- Erreichbarkeit des Zentrums für Fuß- und Radverkehr verbessern, Abbau der Trennwirkung
- Gewährleistung einer ausreichenden Anzahl sicherer und attraktiver Fahrradabstellmöglichkeiten (z.B. Fahrradgarage Hauptbahnhof)
- Stärkung Car-Sharing sowie Mobilitätsberatung ansässiger Unternehmen
- Umsetzung Konzept Autoarme Innenstadt und Verkehrskonzept Sportforum
- Prüfung Privilegierung von E-Wirtschaftsverkehr und Ausbau entsprechender Ladeinfrastruktur
- Verbesserung der lufthygienischen Situation, u. a. durch höhere Abgasstandards der ÖPNV- Busse, Verringerung des KFZ-Verkehrs an Hotspots der Lärm- und Luftschadstoffbelastung sowie Emissionsminderung durch verträgliche Verkehrszustände (z.B. Jahnallee/Harkortstraße)

Handlungsfeld Nutzungsmischung:
- multifunktionale Flächenentwicklung in angemessener Dichte, insbesondere auf größeren Entwicklungsflächen
- Stärkung des Einzelhandels in der City, großflächige Einzelhandelsbetriebe (außer Nahversorgung) nur innerhalb des Promenadenrings
- Gezielte Förderung der Leipziger Wirtschaftscluster, von Forschungseinrichtungen und des Wissens- und Technologietransfers
- Weiterentwicklung der Red Bull Arena und des Sportforums als Sportstandort von internationalem Rang unter Berücksichtigung der damit verbundenen Konflikte
- Städte-, Wirtschafts- und Kongresstourismus unterstützen, insbesondere durch Vernetzung der Akteure und Verbesserung von Rahmenbedingungen
- Qualitäten und Nutzungsmischung der urbanen Gebiete außerhalb des Promenadenrings erhalten und ergänzen

 

Ende vom Auszug "INSEK 2030".

     
    _ zurück zu LEIPZIG 2030